Exzellente Qualität in der Rehabilitation

Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen.

Biokost

DE-039-Öko-Kontrollstelle
teilweise aus biologisch kontrolliertem Anbau

 

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Seit Beginn des Jahres 2004 wird, initiiert durch die Unternehmensleitung und den Betriebsrat, systematisch ein betriebliches Gesundheitsmanagement in die Organisation der Klinik eingeführt.

Betriebliche Gesundheitsförderung beinhaltet alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden:

  • Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen,

  • Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung,

  • Stärkung persönlicher Kompetenzen.

Ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement gibt den Mitarbeitern und vor allem den Führungskräften Orientierung und fördert Sicherheit, Wohlbefinden und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Für den Aufbau eines Gesundheitsmanagementsystems ist es von besonderer Bedeutung dieses in bereits bestehende Strukturen einzubinden und sie nicht isoliert einzuführen, sie also zu integrieren. Dies verhindert den Aufbau von Parallelstrukturen und damit von Ineffizienzen.

Betriebliche Gesundheitsförderung richtet sich an alle Beschäftigten und ermöglicht so niedrigschwellige Angebote ohne Stigmatisierung spezieller Risikogruppen.

Für die Durchführung der Gesundheitsworkshops ist es allerdings vorteilhaft, diese abteilungsbezogen bzw. unter Einbeziehung korrespondierender Abteilungen durchzuführen. Hierbei können Schnittstellenproblematiken und übergreifende gesundheitsbeeinflussende Arbeitsbedingungen und Verhaltensweisen bearbeitet oder je nach Fokus gemeinsame Potenziale und Schwächen belastungshomogener Gruppen innerhalb ihrer täglichen Arbeit identifiziert werden. Das Unternehmen in seiner Ganzheitlichkeit steht im Mittelpunkt der Maßnahmeneruierung. Das System in seinen interaktionalen Zusammenhängen zu betrachten, vermeidet eine punktuelle Problemerhebung und –bearbeitung nach dem Gießkannenprinzip. Folgende Instrumente betrieblicher Gesundheitsförderung wurden im Reha-Zentrum Lübben eingesetzt:

Analysen– Planung

  • schriftliche Mitarbeiterbefragung

  • Gesundheitszirkel (hier: Gesundheitsworkshops)

  • Gesundheitsberichterstattung

  • Arbeitsplatzbegehungen, ergonomische Analysen

  • Expertengespräche

Umsetzung

  • Durchführung von Informationsveranstaltungen

  • Durchführung von Screeningaktionen

  • Kursangebote (individuelle Gesundheitsförderung): Ernährung, Entspannung, Bewegung (z.B. Rückenschule)

  • Optimierung von Aufbau- und Ablauforganisation

  • Optimieren der Arbeitszeit und Schichten

  • Arbeitsplatzgestaltung

  • Durchführung von Pressekampagnen

Ergebnisbewertung/Transfer

  • Implementierung von Steuerungs- und Kontrollinstrumenten

  • Evaluation der Maßnahmen

  • Implementierung der gesundheitsförderlichen Maßnahmen und Strukturen in die alltäglichen Arbeitsabläufe und -organisation

Das Thema Mitarbeitergesundheit ist Bestandteil der Führungstätigkeit im Reha-Zentrum Lübben. Die Anforderungen eines modernen Personalmanagements beinhalten nicht mehr nur die traditionell eher technisch ergonomischen Fragestellungen, sondern werfen auch Fragen der Prävention, Mitarbeiterzufriedenheit und der psychischen Arbeitsbelastungen auf. Führungskräfte müssen sich zukünftig verstärkt mit dem Gesundheitsförderungsbegriff auseinander setzen. Dazu gehören u.a. die Grundlagen, welche krank machenden Bedingungen und welche gesund erhaltenden Faktoren in der Arbeit eine Rolle spielen, wie man mit Konflikten umgeht und mit suchtmittelbedingten Störungen am Arbeitsplatz bzw. mit auffälligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zudem ist es wichtig die Auswirkungen ihrer Führungsarbeit auf das Betriebsklima, die Motivation und das Befinden der Beschäftigten zu reflektieren. Aber auch sie selbst sind angehalten, persönliche Stresssituationen zu erkennen und Maßnahmen zur Stressreduktion auf der individuellen und organisationalen Ebene zu erlernen. Über diese Zusammenhänge wird Bereitschaft für die Übernahme von Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten bei den Führungskräften erzeugt. Zugleich sollten sie Wege kennen, wie sie ihre Ressourcen stärken können, um die Spannungsfelder und widersprüchlichen Anforderungen in ihrer Rolle immer wieder auszubalancieren und dabei selber gesund zu bleiben.

Partizipation ist ein weiterer Eckpfeiler unserer betrieblichen Gesundheitsförderungsstrategie. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Prozess des betrieblichen Gesundheitsmanagements als Experten ihrer Tätigkeit angesehen. Nur sie selbst können ihre Arbeitsbedingungen und –organisation mit den daraus resultierenden Belastungen und Problemen einschätzen, nur sie selbst kennen noch nicht ausgeschöpfte gesundheitsförderliche Reserven und Potentiale ihrer Tätigkeit. Unter dieser Prämisse ist die Beteiligung der Beschäftigten der Klinik an der Identifizierung von Verbesserungspotentialen eine Selbstverständlichkeit. Hiermit wird die Akzeptanz des betrieblichen Gesundheitsmanagement bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Unternehmen erzeugt, sodass es von allen Interessengruppen der Klinik mitgetragen wird. Voraussetzung hierfür ist, dass der Betriebsrat, die Geschäftsführung sowie die betroffenen Beschäftigten involviert bzw. informiert sind.

Die Durchführung der Gesundheitsworkshops erfolgt innerhalb der regulären Arbeitszeit der Beschäftigten und in mehreren Phasen, um eine strukturelle Trennung von Analyse- und Problemlösephase zu ermöglichen sowie zwischenzeitlich Gelegenheit zur Reflexion einzuräumen.

Zu Beginn der betrieblichen Aktivitäten im Bereich Gesundheitsförderung wurde als Steuerungs- und Kontrollgruppe für die Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen der Arbeitskreis Gesundheit ins Leben gerufen. Dieser setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlicher, für die Maßnahmenumsetzung relevanter Abteilungen zusammen. Sie sind mit den entsprechenden Entscheidungs- und Fachkompetenzen ausgestattet.

Die innerhalb der Gesundheitsworkshops erarbeiteten Lösungen und Interventionen in die betrieblichen Arbeitsabläufe, in die Arbeitszeitgestaltung und/oder Arbeitsbedingungen haben die Zielsetzungen allen betroffenen Personen eine kompetente und zufrieden stellende Zusammenarbeit zu ermöglichen. Im Einzelnen bedeuten dies Abstimmungs- und Kommunikationsprozesse zu optimieren sowie die Ressourcen und Voraussetzungen der Organisation so zu gestalten, dass sie sowohl der Erfüllung des Auftrags zur Rehabilitation onkologischer und orthopädischer Patienten dienen als auch motivations- und leistungsfördernd auf die Beschäftigten wirken. Weitere, im Ergebnis die Arbeitszufriedenheit fördernde, Faktoren sind hierbei Führungsstil und Beteiligungschancen, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Arbeitsklima sowie Arbeits- und Gesundheitsschutzvorkehrungen. Unter diesen Zielsetzungen unterliegen die Ergebnisse betrieblicher Gesundheitsförderung einer ständigen Kontrolle sowohl der Erreichung der Zielsetzungen (Effektivität) als auch des adäquaten Einsatzes von Mitteln zur Zielerreichung (Effizienz).

Innerhalb der Evaluation der Gesundheitsförderungsmaßnahmen wird zudem die Akzeptanz dieser durch die Beschäftigten erfragt. Die Akzeptanz unter den Betroffenen ist eine zwingende Voraussetzung für die Wirksamkeit der Maßnahmen.

Zur Überprüfung der Zielerreichung wird im Reha-Zentrum Lübben folgendermaßen vorgegangen: als Grundlage zur Überprüfung der Ergebnisse betrieblicher Gesundheitsförderungsprozesse ist es notwendig eine Ist-Situation zu formulieren. Basis hierfür sind die Daten aus der betrieblichen Mitarbeiterbefragung im November 2004, die branchenspezifischen Daten über Krankheitsdiagnosen im Gesundheitswesen, die Krankenstatistik der Klinik und die Daten der Unfallversicherung. Zusätzlich wurde auf dieser breiten Datenbasis ein betrieblicher Gesundheitsbericht 2004 für das Reha-Zentrum Lübben erstellt. Dieser stellt ein wichtiges Evaluationsinstrument dar. An Hand der Ergebnisse des Berichts und der Ergebnisse der Gesundheitsworkshops können wirkungsvolle und geeignete, weil bedarfsgerechte Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung entwickelt werden.

Folgende Ergebnisse werden angestrebt und sind z.T. bereits realisiert:

  • Senkung des Krankenstandes und der Unfallhäufigkeit;

  • Verbesserung belastender Arbeitsbedingungen;

  • Nutzung betrieblicher Vorsorge- und Präventionsangebote bzw. Angebote an Gesundheitskursen und anderer gesundheitsförderlicher Strukturen (Sauna, Fitnessraum etc.);

  • Senkung der Fluktuationsrate;

  • Steigerung Patientenzufriedenheit;

  • positive Kosten-Nutzen-Bilanz;

  • umgesetzte Verbesserungsvorschläge.

In regelmäßigen Abständen werden die Analysen wiederholt, um so die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen überprüfbar zu machen. Es ist geplant, den betrieblichen Gesundheitsbericht in einem 4-Jahres-Rhythmus zu erstellen.

Das System „Betrieb“ wird in der Maßnahmenentwicklung in seiner Ganzheitlichkeit angesprochen, so werden im Verbesserungskatalog neben den verhaltensbezogenen Maßnahmen, die auf ein individuelles Gesundheitsbewusstsein und –verhalten in Richtung Gesundheitsförderung abzielen, auch die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitsorganisation (Verhältnisse) berücksichtigt.

Bereits in der Analysephase wird die Ganzheitlichkeit der die Gesundheit beeinflussenden Faktoren betrachtet. D.H. es werden nicht nur die Gesundheitsrisiken (z.B. Zugluft, Hitze, Kälte, schlechtes Licht, Stress, ergonomische Mängel) sondern auch die Gesundheitsressourcen erfasst und in den Workshops entsprechend geplant, wie sie in Richtung gesundheitlicher Zuträglichkeit verändert werden müssen.

Am 15.03.2006 erhielt das Reha-Zentrum als erstes Unternehmen im Land Brandenburg eine Auszeichnung für seine vorbildliche betriebliche Gesundheitsförderung. Als einziges der 18 prämierten Unternehmen bundesweit erhielten wir die volle Punktzahl.

Als 2. Preisträger erzielte das Reha-Zentrum Lübben im Jahr 2009 den BGW – Gesundheitspreis. Die gelebte mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur des Reha-Zentrums überzeugte die Jury, denn die Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements werden u.a. durch eine familienbewusste Personalpolitik gestützt und ergänzt. Das erhaltene Preisgeld wurde in gesundheitsfördernde Maßnahmen investiert: Für bestimmte Abteilungen konnte spezifisches Schuhwerk mit optimaler Schutzfunktion und bestmöglichem Komfort (bei Bedarf mit orthopädischen Einlagen) bereitgestellt werden. Weitere Investitionen erfolgten durch die Anschaffung von Computerarbeitsplatzbrillen sowie durch die Errichtung einer Geschirr-Abräumstation zur Vermeidung von langen Transportwegen, insbesondere bei schweren und unhandlichen Lasten.

Im Jahr 2012 nahm das Reha-Zentrum Lübben am Unternehmenswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2012“ teil – Die Klinik konnte sich als Finalist aus über 530 Bewerbern positionieren.

Im Rahmen des bundesweiten Fachkongresses BGW 2013 erhielt das Reha-Zentrum Lübben den 1. Preis für sein ausgezeichnetes Gesundheitsmanagement.

 

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