akrobatikathome

Fitness-Spiel für Contergan-Geschädigte

Ziel des Forschungsvorhabens »akrobatik@home« war es, im Rahmen eines Verbundprojekts Trainings- und Assistenzgeräte zu entwickeln, die auch in der Lage sind, körperliche (oft starke) Einschränkungen von Contergan-Geschädigten therapeutisch zu unterstützen.

So sollte Technologie dabei helfen, den Betroffenen durch regelmäßiges, gruppenspezifisches Training die Mobilität zur Alltagsbewältigung aufrecht zu erhalten, um somit ein langes, selbstbestimmtes Leben trotz zum Teil starker körperlicher Behinderungen führen zu können. Das Hauptaugenmerk lag darauf, die Endnutzerinnen und -nutzer intensiv einzubinden und so technische Lösungen zu entwickeln, die wirklich hilfreich und vor allem akzeptiert sind und recht schnell auch auf andere Patientengruppen übertragen werden können, so z.B. Hochbetagte..

Drei von insgesamt 12 Ideen haben die Forscher zusammen mit den Contergan-Geschädigten, der Universität Heidelberg und Physiotherapeuten des Reha-Zentrums Lübben umgesetzt. Das durch ein Schulter- und Sitzkissen bewegungsgesteuerte Fitness-Spiel war letztendlich der Favorit.

Die Kissen passen sich jeder Körperform an. Sie beherbergen eine ausgetüftelte Elektronik: ob rotierend, vertikal oder horizontal – die Forscher haben Sensoren für jede mögliche Bewegung eingebaut. »Der Nutzer spielt und macht dabei unbewusst die von Therapeuten empfohlenen Übungen. Durch den spielerischen Ansatz soll man motiviert werden, die Bewegungen von selbst immer wieder zu wiederholen. Denn man will sich ja verbessern«, sagt der Therapeut, während die Probandin neben ihm gerade rumpfkreisend durch ein Höhlenlabyrinth navigiert.

Projekt-Laufzeit
Mai 2012 – Mai 2015
gefördert durch das BMBF, Bekanntmachung Mensch-Technik-Kooperation, 2013 - 2015

Verbundpartner
Fraunhofer FOKUS, Berlin
Fraunhofer IIS, Erlangen
EXOZET, Berlin
BRAVIS, Cottbus
GEBioM, Münster
Reha-Zentrum Lübben
Universität Heidelberg

Links
http://www.ingenieur.de/Themen/Software/Von-Computerspiel-animiert-Fitness-Uebungen-Bildschirm

Foto: Fraunhofer CeRRI/Fraunhofer IIS